Geht es um die Glücksspielregulierung bzw. den Umgang mit dem Glücksspiel, kann Dänemark als eines der fortschrittlichsten Länder in ganz Europa bezeichnet werden. Bereits vor rund sieben Jahren hat sich die Politik dazu entschlossen, dass Glücksspiel zu erlauben und mit strengen Regeln zu überwachen.

Vor fast genau sieben Jahren, am 1. Januar 2012, wurde in Dänemark ein neues Glücksspielgesetz verabschiedet, mit welchem insbesondere das Online-Glücksspiel neu geregelt wurde. Mit der Spillemyndigheden wurde zudem eine eigene Behörde eingerichtet, die speziell für die Überwachung dieser Online-Glücksspielanbieter zuständig ist. Wenig überraschend hat sich die Behörde speziell in den ersten Jahren nach der Öffnung einen Markt als enorm harte Behörde machen können, die rigoros gegen illegale Anbieter vorgeht. Die Behörde prüft jedes Jahr unzählige Online-Casinos und checkt, ob diese ihr Portfolio auf illegalem Wege auf dem dänischen Markt zur Verfügung stehen. Sollte ein solcher Anbieter ausfindig gemacht werden, wird dieser dazu aufgefordert, sich vom dänischen Markt zurückzuziehen. Die Behörde erklärt in einem Bericht, dass diese Aufforderung in der Regel bereits ausreichend sei, um sich weiteren Ärger mit dem Anbieter zu ersparen. Sollte die Aufforderung nicht „fruchten“, werden die entsprechenden Anbieter blockiert und sind mit schwedischen IP-Adressen nicht mehr anzusteuern.

Allein im letzten Jahr hat die Spillemyndigheden rund um den dänischen Markt dabei drei große Prüfungen durchgeführt und genau kontrolliert, welche Anbieter ihre Dienste zur Verfügung stellen. Kooperiert wurde hierfür eng mit der Betrugseinheit der schwedischen Steuerbehörde, so dass durchaus von großen Einsätzen gesprochen werden kann. Erfreulicherweise konnten die Behörden aber feststellen, dass der Trend der illegalen Anbieter weiterhin klar rückläufig ist. Hierzu wurden entsprechende Zahlen veröffentlich, die zeigen, das 2012 rund 180 Glücksspielunternehmen im Internet überprüft wurden. Gleich 70 davon waren illegal auf dem dänischen Markt unterwegs – fast die Hälfte. 2018 wiederum wurden mehr als 700 Webseiten geprüft, aber nur 22 Vergehen festgestellt. Das ist eine beeindruckende Veränderung, für die sich die Spillemyndigheden durchaus auf die Schulter klopfen kann. Interessant ist in diesem Zusammengang zudem, dass der Anteil der geblockten Casinos deutlich zugelegt hat. 2012 wurden rund 44 Prozent der illegalen Anbieter geblockt, 2018 ist es schon fast die doppelte Prozentzahl.

Härteres Vorgehen gegen leichte Formen des illegalen Glücksspiels

Trotz der weiterhin erfreulichen Entwicklungen auf dem heimischen Markt, ist die Spillemyndigheden mit ihrer Arbeit noch lange nicht am Ende. Stattdessen wurde angekündigt, dass man künftig noch stärker gegen die leichten Formen des illegalen Glücksspiels vorgehen wolle. Hierzu gehört zum Beispiel das sogenannte Skin-Gambling, welches vornehmlich in Computer- und Videospielen betrieben wird. Spieler erhalten hier bestimmte Skins und können diese untereinander handeln – das wiederum verstößt gegen dänische Gesetze. Ähnlich hart angegangen werden sollen künftig die Spieler, die auf Facebook in Gruppen Lotterien anbieten oder an diesen teilnehmen. In Kooperaton mit Facebook konnte die dänische Behörde tatsächlich schon mehrere Gruppen auf Facebook schließen lassen, weitere sollen folgen. Ebenso geht die Behörde auch davon aus, dass in den kommenden Monaten zahlreiche neue Seiten von illegalen Anbieter geblockt werden.

Verbessert werden sollen in diesem Zusammenhang auch die sogenannten Crawler. Hierbei handelt es sich um eine Art Suchroboter der Behörde, mit der im Netz nach Anbietern geschaut wird, die ihre Angebote verbotenerweise auf dem dänischen Markt zur Verfügung stellen. Mit verbesserten Bots soll hier also künftig noch effektiver nach illegalen Anbieter gesucht werden, um diese vom Markt zu verbannen. Warum die Behörde gegen die leichten Formen des illegalen Glücksspiels ebenfalls so aggressiv vorgehen möchte, liegt vor allem im mangelnden Kinder- und Jugendschutz begründet, da zum Beispiel via Facebook oder auch dem Skin-Gaming oftmals ohne Altersnachweis gespielt werden kann. Entgegen kommen dürfte dem Land dabei das eigene Modell. So ist die Spillemyndigheden exklusiv für Online-Glücksspielanbieter zuständig und kann sämtliche Kräfte auf diesen Bereich fokussieren. Bei Verstößen im landbasierten Angebot ist hingegen die dänische Polizeibehörde verantwortlich. Es liegt allerdings auf der Hand, dass beide Behörden eng zusammenarbeiten, um so auch im stationären Bereich einen gut regulierten Markt zur Verfügung stellen zu können. Im Detail erhält die Spillemyndigheden dabei oft Hinweise auf Vergehen, die dann an die dänische Polizeibehörde weitergeleitet werden.